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Kloster Pielenhofen
Basisdaten
Orden: Zisterzienserinnen Pielenhofen
Diözese: Regensburg
Pfarreiensuche: Pielenhofen
Patrozinium: Maria Himmelfahrt
Gründungszeit: 1240
Gründer: Herren von Hohenfels und von Ehrenfels
Aufhebung: 1803
Weiternutzung: Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche. 1806 wurde
in der Klosteranlage ein Sammelkloster für die Karmelitinnen
aus München und Neuburg a.d. Donau untergebracht. Seit 1981
besteht in Pielenhofen ein Internat der Regensburger Domspatzen.
Pielenhofen war, nach der heute noch
bestehenden Abtei Seligenthal bei Landshut, das zweitälteste
Kloster der Zisterzienserinnen im Bistum
Regensburg |
Der Standort des Klosters
im Tal der Naab scheint nicht von Anbeginn vorgesehen gewesen zu
sein. Eine Schenkungsurkunde vom Februar 1237 lässt darauf
schließen, dass es im einige Kilometer entfernten Pollenried
("Pulnriuth") auf der Hochfläche des Oberpfälzer
Jura hätte entstehen sollen. Dort war bereits 1224 durch die
Herren von Hohenfels ein, möglicherweise von Dominikanern betreutes,
Spital gegründet worden. Die Gründe für eine Verlegung
sind unbekannt, doch suchte der Zisterzienserorden grundsätzlich
die Nähe von Tälern und Wasserläufen. Ungewiss sind
die eigentlichen Stifter von Pielenhofen. Jedenfalls verdankt das
Kloster seinen ersten Besitz den adligen Familien der Hohenfelser
und der Ehrenfelser. Diese Ministerialen des Bischofs von Regensburg
wurden noch im 16. Jahrhundert "fautores nec non quasi fundatores"
("Gönner und gewissermaßen Gründer") genannt.
Im Lauf des 13. und 14. Jahrhunderts erwarb das stets relativ
arme Kloster doch einigen Grundbesitz. Er konzentrierte sich um
die Abtei selbst und umfasste im frühen 16. Jahrhundert zudem
über sechzig Hofstätten in der südlichen und mittleren
Oberpfalz. Das landsässige Kloster verfügte über
eine Hofmark als eigenen Niedergerichtsbezirk.
1317 wurde Pielenhofen durch Kaiser Ludwig den Bayern aus der
weltlichen Gerichtsbarkeit gelöst und 1318 vorübergehend
unter den Schutz des Reichs gestellt. Überhaupt erfreute
sich die Zisterze der Förderung durch die Wittelsbacher:
Sie gewährten 1318 Freiheit von Zoll und Maut für zwei
Salzwagen jährlich nach Hall und zurück, gestatteten
1370 das Sammeln von Almosen zur Linderung der wirtschaftlichen
Not und befreiten das Kloster 1409 von der "Herzogsgastung",
sodass der Landesherr und seine Beamten nicht mehr kostenlos aufgenommen
und verpflegt werden mussten.
Die Einführung der Reformation in der Oberpfalz ab 1542 erfasste
auch Pielenhofen. 1559 - solange ist eine Äbtissin belegt
- kam die Zisterze zusammen mit dem Kloster Adlersberg der Dominikanerinnen
in Pettendorf unter die Herrschaft eines weltlichen Propsts. Der
Besitz beider Frauenklöster ging auf das landesherrliche
Klosteramt Pielenhofen-Pettendorf über. Während Adlersberg
(Pettendorf) unterging, wurde den im alten Glauben verbleibenden
Zisterzienserinnen in Pielenhofen ein lebenslanges Bleiberecht
gewährt. Auch der Besitz und seine Erträge blieben ungeschmälert
erhalten, für den Bestand der Klostergebäude sorgte
die weltliche Herrschaft. Im frühen 17. Jahrhundert lebten
vermutlich keine Zisterzienserinnen mehr. Auch nach der Rekatholisierung
der Oberpfalz blieb Pielenhofen noch lange unter landesherrlicher
Verwaltung.
Am 8. September 1655 zog in der ehemaligen Abtei wieder monastisches
Leben ein, nachdem sie das Zisterzienserkloster Kaisheim für
18.000 Gulden gekauft hatte. Anstelle von Nonnen bestand nun ein
Mönchskonvent. Das im Fürstentum Pfalz-Neuburg landsässige
Kloster Pielenhofen stand zunächst unter der Aufsicht eines
Administrators, später erhielt es den Rang eines Superiorats
des Reichsstifts Kaisheim. 1676 erwarb Pielenhofen das ehemalige
Klostergut Pettendorf-Adlersberg und blieb mit diesem bis zur
Säkularisation verbunden.
In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts entstanden die
Konventbauten und die Klosterkirche völlig neu im Stil des
Barock. Die um 1721 fertig gestellte Marienkirche zeigt die Handschrift
des Vorarlberger Baumeisters Franz II. Beer und des Konstanzer
Malers Karl Stauder.
Nach der zweiten Aufhebung in ihrer Geschichte wurde die Klosteranlage
im Jahr 1803 aufgeteilt und an vierzehn verschiedene Interessenten
verkauft; alle Teile wurden als Wohnhäuser verwendet. 1806
wurde der Komplex jedoch als Aussterbekloster für die Karmelitinnen
der säkularisierten Klöster von München und Neuburg
an der Donau bestimmt. Aus dem alten Münchner Karmel gelangte
so das als Gnadenbild verehrte "Antlitz des weinenden Christus"
nach Pielenhofen. Die ehemalige Klosterkirche Zu unser Lieben
Frau kam in den Besitz der örtlichen Pfarrgemeinde.
1838 übernahm die zu diesem Zeitpunkt verwahrlosten ehemaligen
Konventgebäude der Orden der Salesianerinnen und errichtete
in Pielenhofen zum dritten Mal ein Kloster. Die Nonnen betreuten
zunächst die örtliche Volksschule und gründeten
1912 eine höhere Mädchenschule mit Internat. 1941 musste
die Klosterschule einem staatlichen Lager der "Kinderlandverschickung"
und einem Lazarett weichen. Von 1946 bis 1980 führten die
Ordensfrauen ein Mädchengymnasium mit Internat.
Seit 1981 ist im Kloster als Stiftung die Internats-Volksschule
der Regensburger Domspatzen untergebracht. Sie fördert Buben
der Jahrgangsstufen 3. und 4. Grundschule schulisch und musikalisch
für den Eintritt in das Musikgymnasium und den Domchor im
nahen Regensburg.
( Peter Morsbach )
Diese Informationen stammen aus
dem Datensatz des Klosters: Pielenhofen
KS0316
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